Alltag mit Kleinkind und Zeit für dich?

Ich wurde gefragt, ob ich nicht mal darüber schreiben könnte, wie wir unseren Alltag so organisieren und wie man, als Mama, am besten zurück zu sich findet. Und das probiere ich nun einfach mal :)



Klar, schaut auf Instagram und anderen Social Media Kanälen vieles leichter und positiver aus, als es vielleicht ist. Ich ertappe mich selbst dabei, zu vergleichen, vor allem mit Mamis die ein „Happy-Family-Foto“ nach dem Anderen posten, bei denen es nie unordentlich zuhause aussieht und wo alles easy scheint. Da frag ich mich, warum geht das bei uns nicht so? Doch genau das ist die Social Media Blase. Es ist nicht immer alles rosig - und das ist genau richtig so. Jeder meistert seinen Alltag so wie es am besten für sich und die Familie ist. Und ihr macht das super! Mama sein, ist wunderschön, und auch wundervoll anstrengend... Ich kann euch also gerne von unserem Alltag erzählen und Tipps weitergeben, die bei uns gut funktionieren. Vielleicht kannst du ja etwas für dich und deine Familie herausziehen :).


Wie sieht nun unser Alltag mit Kleinkind so aus? Wie schaffe ich es, nebenher meine Projekte zu verwirklichen? Vor allem jetzt mit den erschwerten Corona Bedingungen?


Meine Tochter ist nun 20 Monate und seit ihrer Geburt verbringe ich jeden Tag mit ihr. Ganz schön viel Mama. Ich liebe es jedoch. Ja, es gibt mega anstrengende Tage, die sicherlich alle Mamas kennen, und ich bin abends fix und fertig. Aber ich weiß auch, dass es der Maus guttut. Spielen, zusammen kochen, einkaufen, zusammen Wäsche waschen, raus in die Natur, Bücher lesen, Kneten, Malen, Freunde treffen…Die zwei Vormittage, die sie seit November in die Spielegruppe geht, war sie bis jetzt natürlich Corona bedingt jetzt auch zu hause. Wir haben gerade so die Eingewöhnung geschafft. Es steht aber immer der beste Papa bereit und unterstützt, wo es nur geh. Genauso können wir uns immer auf die Großeltern verlassen. Ich kann die Maus also auch mal stundenweise abgeben. Diese Zeit, die Zeit, in der sie Mittags schläft, und auch die Zeit abends, wenn alle müde sind und ins Bett gehen, nutze ich dann für mich. Für meine Projekte, für Yoga, ggf. Haushalt, Emails beantworten, IG Posts zu machen, etc … Ja, manche Tage sitze ich dann doch mal bis 1 Uhr frühs am Rechner. Wenn ich Yoga unterrichte ist sie mit Opa spazieren oder mit Papa spielen… Bei uns ist es auch nicht immer ordentlich, und wir bestellen ab und an Pizza, weil ich keine Lust auf Kochen habe. Ich bin manchmal um 15 Uhr noch im Schlafanzug und steh am Rande eines Nervenzusammenbruchs, weil das Kind nur auf Mamas Arm klebt. Aber dafür gibt es immer einen Grund (auch wenn ich ihn nicht immer weiß oder verstehe ;)) und da bin ich natürlich für Maya da und verwerfe meine Pläne. Und der Tag drauf sieht wieder ganz anders aus und sie ist das ausgeglichenste Kind überhaupt.


Was hilft uns den Alltag zu gestalten?

  • Routine und Rituale: Nicht zu viel, aber etwas Regelmäßigkeit in den Tag zu bringen, tut mir und meiner Tochter gut. Wir stehen z.B. immer zwischen 8 und 9 auf (ja, sie ist – schon immer – eine Langschläferin, dafür wacht sie nachts teilweise immer noch sehr oft auf), dann wird eine Runde gespielt. Nachdem wir gemeinsam gefrühstückt haben, ziehen wir uns um und putzen Zähne. Dann gehen wir meistens raus oder spielen zu Hause, ggf. einkaufen oder Besorgungen erledigen. Nach dem Mittagessen geht’s ins Bett oder den Kinderwagen zum Mittagsschlaf – yeah, Mamazeit! Manchmal 2 Stunden, an anderen Tagen nur 30 min. Nachmittags treffen wir dann andere Kinder (jetzt im Moment natürlich jeweils nur eine Mama mit Kind) und gehen nochmal raus in den Garten, Hof oder Wald. Dann kochen wir gemeinsam Abendessen oder Papa nutzt die Zeit und spielt mit dem Zwerg. Nach dem Essen, wird nochmal gespielt, gelesen, Lieder gesungen oder mit Papa Quatsch gemacht. Um 7 halb 8 geht’s dann ins Bad und danach ins Bettchen. Das ist so in etwa unser Tag. Jedoch ist kein Tag gleich. Aber gewisse Rituale finden sich in jeden Tag wieder. Freitags gehen wir z. B. immer auf den Bio-Bauerhof, schauen die Tiere an und kaufen im Hofladen ein. Vor allem die Wochenenden nutzen wir gern als Familienzeit und machen Ausflüge, Spaziergänge, treffen Freunde und besuchen Oma und Opa.

  • Gegenseitig unterstützen: Immer wieder die gleichen Mamas mit Kindern treffen, vielleicht sogar an den selben Tagen. So bauen die Kinder vertrauen auf und die Mamas können sich gegenseitig unterstützen, in dem eine Mama sich mal kurz zurückziehen kann, während die andere Mama auf die Kids aufpasst.

  • Kinder abgeben: Das Kind mal abgeben wenn es möglich ist: Oma, Opa, Papa, Babysitter… Und wenn es nur für den Spaziergang um den Block ist.

  • Handy/Computerfreie Zeit: Ich ertappe mich oft dabei, dass ich mein Handy viel zu oft griffbereit habe und drauf schaue. Und viel zu viele Fotos mache. Doch auch die Kinder merken, dass die Eltern dann nicht zu 100% bei ihnen sind. Daher Handy weg und ganz bewusst mit dem Kind Zeit verbringen und spielen.

  • Ab nach draußen: Egal bei welchen Wetter, geht raus. Raus in die Natur, Rad fahren, Spazieren, Steine sammeln und mit Kastanien in der Matschküche kochen. Den Geräuschen im Wald lauschen und mit Kreide die Einfahrt voll malen. Ich merke z.B., dass wenn wir viel Zeit draußen verbringen, Maya abends viel besser schläft und ausgeglichener ist. Man hat dann oft ein dreckiges aber sehr glückliches Kind zuhause. Danach gibts warmen Tee oder Kakao wenns kalt draußen ist.

  • Spontanität: Tage nicht zu voll planen. Auch mal Nein zu einer Verabredung oder einem Spielplatz-Date sagen. Go with the flow - lass Raum für Spontanität. Höre auf dein Kind, war tut dem Zerg heute gut? Lieber einen ruhigen Nachmittag oder Action auf dem Spielplatz?


Natürlich fehlt mir ab und an Zeit für mich. Selbst schöne Yogastunden besuchen, einfach mal nen Nachmittag auf der Couch verbringen… Aber wem erzähl ich das ;). Sicherlich kommt das alles irgendwann wieder. Die Kinder werden groß und dann wünscht man sich wahrscheinlich, dass sie noch klein wären.



Was kannst du tun, um zu dir zu finden im Mami-Alltag?


Was mir hilft sind kleine Momente, die ich für mich in den Tag einbaue. Hier eine paar Tipps und Ideen:

  • ein Hörbuch oder einen Podcast beim Spazieren gehen oder Kochen hören

  • kurze Yogaeinheiten: das sind an machen Tagen nur 5 Minuten, an Anderen wieder rum 30 Minuten.

  • Tanzen: mach dein Lieblingslied laut an und tanze. Ganz wild und frei. Tanze so, als ob dir keiner zuschaut. Das geht auch gut mit Kind. Maya und ich tanzen jeden Tag mindestens einmal zusammen wild durchs Haus!

  • Mini-Meditationen einbauen oder auch kurze Atemübungen (manchmal einfach nur dreimal tief in den Bauch atmen)

  • 10 Minuten Sonne auf der Terrasse genießen und einen Matcha Latte in Ruhe trinken

  • eine Runde Yoga Nidra

  • die Badewanne einlassen, abschalten und ein Buch lesen

  • Journaling: Schreibe deine Gedanken, Gefühle und Ängste auf. Setz dich mit deinen Gefühlen auseinander. Höre in dich hinein, was du gerade brauchst.

Ja, es sind tatsächlich oft nur kurze Momente, aber diese geben mir unglaublich viel Energie. Momente, mich rauszunehmen und mich mit mir verbinden.


Noch ein Tipp:

Wenn du das Gefühl hast, dass eure Beziehung unter den Kindern leidet, dann probiert doch mal folgendes: Date-Night. Mein Freund und ich haben vor kurzen einmal die Woche Date-Night eingeführt. Was natürlich gerade mit den Corona-Restriktionen fehlt, ist dass, man das Kind einfach abends mal den Großeltern gibt oder einen Babysitter organisiert, um mit dem Partner ins Kino gehen zu können. Aber wir machen es uns dann einfach daheim schön, wenn Maya schläft. Gemeinsam kochen, quatschen, Spieleabend oder wir schauen einen Film. Kleine Oasen bauen. Schon ein paar Stunden Zweisamkeit ist schön und super wichtig um sich als Liebespartner nicht voll im Elternsein zu verlieren.


Was hilft euch, um euren Alltag mit Kleinkind zu managen und dir immer wieder Momente für dich zu schaffen?


Namaste,


deine Anne





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